Viel Bürokratie, wenig Geld- die Lage der Apotheken ist ernst!
Seit dem Jahr 2000 waren knapp 22.000 Apotheken deutschlandweit zur Schließung gezwungen, allein 500 im letzten Jahr. Hauptursache ist die fehlende Anpassung des Honorars an die wirtschaftliche Entwicklung.
Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD Andreas Winhart äußert sich dazu wie folgt: „Deutschland liegt inzwischen auf Platz 20 und somit weit hinter dem Durchschnitt aller 27 Länder in der EU in Bezug auf die Apothekendichte. Auf 100.000 Einwohner kommen 20 Apotheken, eine Apotheke versorgt somit im Schnitt 5000 Bürger.
Seit 13 Jahren wurde die Packungspauschale nicht mehr angehoben, pauschal bekommen die Apotheken pro Packung eines verschreibungspflichtigen Medikaments 8,35€, wovon noch 1,77€ Zwangsrabatt an die Krankenkassen abgegeben werden müssen. Zeitgleich stiegen die Ausgaben für Miete, Strom und Personal um 60%. Dass dieses Ungleichgewicht unsere Apotheken in ernstzunehmende Bedrängnis führt, ist leicht nachzuvollziehen. Rund 8% arbeiten inzwischen sogar nicht mehr kostendeckend oder müssen Verluste in Kauf nehmen. Auch wenn die Krankenkassenbeiträge jedes Jahr steigen, haben die Apotheken nichts davon.
Aber nicht nur die Kostenexplosion macht den Apotheken zu schaffen, sondern auch der immense Mehraufwand an Bürokratie und den erhöhten Arbeitsaufwand, zum Beispiel wenn Lieferengpässe bestmöglich gemanagt werden müssen. Die eigentliche pharmazeutische Arbeit bleibt dann oft auf der Strecke.
Die Leidtragenden sind aber nicht nur die Inhaber, sondern zuallererst die Einwohner. Vor allem auf dem Land werden die Wege und Wartezeiten länger und die Versorgung schlechter. Dies betrifft natürlich auch die Nacht- und Notdienste.
Ich fordere die Koalition in Berlin daher in aller Deutlichkeit auf, endlich für umfassenden Bürokratieabbau zu sorgen und die im Koalitionsvertrag festgelegte Erhöhung der Medikamentenpauschale auf 9,50€ endlich umzusetzen, damit nicht noch mehr Apotheken von der endgültigen Schließung bedroht werden. An der Gesundheitsversorgung unserer Bürger darf nicht gespart werden.“

